Die Abteilungen für Urgeschichtliche Archäologie sowie Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Freiburg beherbergen eine umfangreiche Lehrsammlung. Dazu gehören mehr als 11.000 Einzelobjekte, die vom Paläolithikum bis zur Neuzeit, vom Faustkeil bis zur Münze, von Freiburg bis Patagonien ein in jeder Hinsicht vielfältiges Spektrum bilden. Klare Schwerpunkte des Bestandes liegen dabei auf der Urgeschichte sowie auf regionalen Fundorten in Deutschland und seinen Nachbarregionen.
Die Geschichte der Sammlung reicht weit in das 19. Jahrhundert zurück. 1867 wurde an der Universität auf Betreiben des Anatomen und Anthropologen Alexander Ecker (1816–1887) sowie des Geologen und Mineralogen Heinrich Fischer (1817–1886) ein „Museum für Urgeschichte und Ethnographie“ gegründet. Neben archäologischen Funden aus der Region gehörten von Beginn an zahlreiche Gegenstände aus außereuropäischen Gebieten zum Museum. Der Bestand wurde in der Folge durch Schenkungen und Ankäufe erweitert. Ecker ist in Freiburg v. a. für die anatomisch-anthropologische Sammlung bekannt, die u. a. menschliche Schädel aus kolonialen Kontexten umfasst und Gegenstand der Provenienzforschung und von Restitutionen gewesen ist.
1904 wurde der ethnografische Teil des Museums an die Stadt Freiburg als Dauerleihgabe übergeben und mit der dortigen natur- und völkerkundlichen Sammlung (heute Museum Natur und Mensch) vereint. Die urgeschichtlichen Funde verblieben angegliedert an die Geologie bei der Universität. Damit existierte, wie andernorts in Deutschland, die urgeschichtliche Sammlung lange vor der Etablierung einer entsprechenden Lehre bzw. eines Lehrstuhls. Die Gründung eines eigenständigen Instituts für Ur- und Frühgeschichte erfolgte 1936/1937 und ging mit einer (vorübergehenden) räumlichen und personellen Vereinigung von Lehrsammlung und universitärer Lehre, Bodendenkmalpflege sowie städtischer ur- und frühgeschichtlicher Sammlung einher. Den zweiten Weltkrieg überstand die Sammlung weitgehend unbeschadet.
Die aktive Zeit der Sammlung mit umfangreicheren Bestandserweiterungen lag am Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die aktiven Leiter der Sammlung waren bis in die 1930er Jahre in erster Linie (teils urgeschichtlich interessierte und aktive) Geologen, was sich sowohl in der Zusammensetzung des Bestandes als auch in den Kontakten, die zur Bestandserweiterung beigetragen haben, widerspiegelt.