Datenpartner

Die nachfolgend aufgeführten Einrichtungen machen Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten über dieses Portal zugänglich. Bei Fragen zu den Beständen oder einzelnen Sammlungsgegenständen kontaktieren Sie bitte die betreffende Einrichtung.

  • Organisation
    Museum
    Anzahl von Objekten: 286

    Das BASA-Museum der Abteilung für Altamerikanistik der Universität Bonn umfasst mehr als 10.000 Objekte, von denen der überwiegende Teil aus den Amerikas stammt. In geringerem Maße sind auch Objekte aus Afrika, Asien und Ozeanien vertreten. Sammelschwerpunkte sind archäologische Objekte aus dem Andenraum und Mesoamerika sowie ethnographische Objekte aus dem Amazonasgebiet und dem Andenhochland. Die Provenienzen dieser Objekte liegen außerhalb formaler Kolonialherrschaften (Fallgruppe 2) im Sinne des Leitfadens des Deutschen Museumsbundes (DMB) zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Die Anzahl der Objekte aus kolonialen Kontexten und deren Bewertung kann erst durch Provenienzforschung ermittelt werden.

    In der Datenbank WissKI, die das BASA-Museum seit Ende 2019 nutzt, sind derzeit circa 950 Objekte öffentlich zugänglich. Nach und nach wird der gesamte Sammlungsbestand durch die Datenbank zugänglich gemacht werden.

    Zu den derzeit abrufbaren Objekten zählen hauptsächlich jene der Sammlung Trimborn und Oberem aus Mittel- und Südamerika. Hermann Trimborn war der Gründer und Leiter des Seminars für Völkerkunde und der ethnologischen Lehr- und Studiensammlung an der Universität Bonn seit 1948. Udo Oberem war Schüler und Nachfolger von Trimborn. Die musealen Objekte der beiden Sammlungen wurden in den 1950er und 1960er Jahren in die Lehr- und Studiensammlung überführt. Diese stammen überwiegend aus dem Andenhochland und Costa Rica. Zu etwa gleichen Teilen handelt es sich um archäologische und ethnographische Artefakte, die auf Forschungsreisen erworben wurden.

    Die Informationen zu den Objekten der Sammlungen Trimborn und Oberem in der Datenbank sind dem Inventarbuch und den Karteikarten entnommen. Letztere wurden erst ab den 1970er Jahren für die einzelnen Artefakte mit Hilfe studentischer Hilfskräfte retrospektiv angelegt. Diese Informationen entsprechen somit nicht dem aktuellen Forschungsstand. Aktualisierungen und neue Erkenntnisse über die Objekte aus laufenden und zukünftigen Projekten von Studierenden und Forschenden sowie durch die Zusammenarbeit mit Angehörigen der Urhebergesellschaften sollen in die Forschungsdatenbank einfließen.

  • Organisation

    digiCULT-Verbund eG

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    Museum
    Anzahl von Objekten: 823
  • Organisation

    Ethnographische Sammlung

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    Forschung
    Anzahl von Objekten: 6

    Die Ethnographische Sammlung der Philipps-Universität Marburg, gegründet in den 1920er Jahren, enthält unter anderem Objekte aus der Wiesbadener Sammlung Nassauischer Altertümer, die in den 1960er Jahren ihre nicht-europäischen Sammlungen verkaufte. Es handelt sich dabei überwiegend um Objekte aus dem 19. Jahrhundert, die von Kolonialbeamten und -offizieren dem Wiesbadener Museum geschenkt worden waren. Zu der Ethnographischen Sammlung gehört auch der wissenschaftliche Nachlass des Südamerika-Forschers Theodor Koch-Grünberg (1872-1924). 800 bis 1.000 Objekte stammen vermutlich aus formalen Kolonien, weitere 2.500 möglicherweise aus kolonialen Kontexten außerhalb formaler Kolonialherrschaft. Gemeinsam mit der Ethnographischen Sammlung des Oberhessischen Museums in Gießen erforscht die Ethnographische Sammlung der Philipps-Universität, gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste, derzeit Teilbestände ihrer Sammlungen auf ihre koloniale Herkunft. Ziel des Forschungsprojekts ist u.a. die Rekonstruktion der Objektbiographien von ca. 60 Objekten aus der Region Ostafrika (insbesondere Tansania) und aus Kamerun.

  • Organisation
    Forschung
    Anzahl von Objekten: 34

    Die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen ist eine der bedeutendsten Lehr- und Forschungssammlungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Anfänge reichen bis in die Zeit der Aufklärung zurück.

    Die Geschichte der Sammlung beginnt im Jahr 1773 mit dem Entstehen des Academischen Museums an der Göttinger Universität. Der Initiative des Medizinprofessors Johann Friedrich Blumenbach ist es zu verdanken, dass in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Kulturzeugnisse aus der Südsee („Cook/Forster-Sammlung“) und der arktischen Polarregion („Baron von Asch-Sammlung“) nach Göttingen gelangten. Nach Blumenbachs Tod im Jahr 1840 wurde die Sammlung zunächst von Gelehrten anderer Disziplinen betreut. 1928 begann mit den vorhandenen Objekten der ethnologische Fachunterricht in Göttingen.

    Aktuell umfasst die Sammlung ca. 18.000 Objekte aus allen Kontinenten. Weiterhin zählen Grafiken und Gemälde, Archivalien, Fotografien sowie Hands-On-Objekte der Museumspädagogik zu ihrem Bestand. Im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen ist die Sammlung auch zunehmend im Online-Sammlungsportal der Georg-August-Universität Göttingen einsehbar. Bestände aus kolonialien Kontexten werden zustäzlich in die Datenbank des niedersächsischen Provenienzforschungs-Verbundprojetes PAESE eingespeist. Die analogen Bestandskataloge stehen als .pdf-Dateien zum Download zur Verfügung.

    Die bewahrten Gegenstände werden in Forschungsprojekten unter vielfältigen Fragestellungen erschlossen. In Seminaren finden sie zur Ausbildung der Studierenden Verwendung. Darüber hinaus ist die Sammlung in Form von Dauer- und Sonderausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich (zur Zeit: geschlossen wegen Generalsanierung).

  • Organisation

    Ethnologisches Museum

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    Museum
    Anzahl von Objekten: 99396

    Das aus der Königlichen Kunstkammer hervorgegangene Berliner Ethnologische Museum gehört seit seiner Gründung im Jahr 1873 zu den international größten und bedeutendsten seiner Art. In seinen Sammlungen befinden sich ungefähr 500.000 ethnografische, archäologische und kulturhistorische Objekte aus Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien. Diese werden durch etwa 500.000 Medien (ethnografische Fotografien, Filme, Videos und Tondokumente) und mehr als 588.000 Seiten Schriftgut ergänzt.

    Das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin setzt sich mit dem Erbe und den Konsequenzen des Kolonialismus, mit der Rolle und der Perspektive Europas kritisch auseinander. Reflexionen des eigenen Standpunkts und Partnerschaften mit den Herkunftsgesellschaften in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika sollen einseitige eurozentrische Sichtweisen offenlegen, ohne die bestehenden europäischen Bezüge zu verleugnen. Seit September 2021 zeigt das Ethnologische Museum seine neu konzipierten Ausstellungen im Humboldt Forum im Zentrum Berlins.

    Die häufig komplexen Erwerbungs- und Aneignungsprozesse der heute im Ethnologischen Museum befindlichen Objekte sind schwer zu rekonstruieren. Somit ist es schwierig, zu entscheiden, ob diese in kolonialen Kontexten hergestellt, aufgesammelt, oder ausgeführt wurden. Selbst wenn Informationen hierzu vorliegen, kommen unterschiedliche Personen nicht immer zu gleichen Beurteilungen. Um die Diskussion über koloniale Kontexte von Sammlungsobjekten mit einer breiteren Öffentlichkeit und mit Partnerinnen und Partnern aus den Herkunftsregionen zu führen, zeigt das Ethnologische Museum auf diesem Portal nicht nur Objekte, die zweifelsfrei aus kolonialen Kontexten stammen, sondern alle veröffentlichten Objektdatensätze des Museums. Im Bemühen um maximale Transparenz soll auf diese Weise die Diskussion um die kolonialen Kontexte der Sammlungen unterstützt werden. Die Daten des Ethnologischen Museums werden fortlaufend überarbeitet, mit neuen Erkenntnissen angereichert und zwei Mal pro Jahr in diesem Portal aktualisiert.

    Für die Rekonstruktion der historischen Erwerbungs- und Aneignungsprozesse sind die Archivmaterialien sowie die historischen Sammlungsverzeichnisse im Ethnologischen Museum von besonderer Bedeutung. Digitalisate der Erwerbungsbücher sind auf der Museumswebseite einsehbar. Die Digitalisierung der Erwerbungsbücher erfolgte im DFG-Projekt „Digitalisierung des historischen Archivs im Ethnologischen Museum - 1830-1947“. Im Rahmen des Projekts wurden alle heute im Ethnologischen Museum befindlichen Sammlungsverzeichnisse und Archivmaterialien des Zeitraums von 1830 bis 1947 digitalisiert und online zugänglich gemacht. Das im Projekt erstellte Findbuch ermöglicht einen zentralen Einstieg in den digitalisierten Bestand. Zusätzlich können die digitalisierten Dokumente und ihre zugehörigen Erschließungsdaten über die Onlinedatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin abgerufen werden.

  • Organisation
    Forschung
    Anzahl von Objekten: 34
  • Organisation
    Museum
    Anzahl von Objekten: 150

    Die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) bestehen aus den drei ethnologischen Museen in Leipzig, Dresden und Herrnhut. Der Verbund gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und beherbergt an den drei Standorten rund 350.000 Objekte, 200.000 Bilddokumente und 350.000 bibliothekarische Einheiten. Damit bilden die SES die zweitgrößte ethnologische Sammlung in Deutschland. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Erforschung der Sammlungen, insbesondere hinsichtlich ihrer Herkunftskontexte und Erwerbungsumstände, die Digitalisierung der Bestände sowie neue Schwerpunktsetzungen in den Ausstellungen. Diese Aufgaben werden in Zusammenarbeit mit internationalen Partner*innen umgesetzt. Beispielhaft für die Neuausrichtung der SES ist das von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen der Initiative für ethnologische Sammlungen geförderte Zukunftsprogramm REINVENTING.GRASSI.SKD am Standort Leipzig. In mehreren Teilprojekten wandelt sich bis 2023 das Museum mit seiner bisherigen Dauerausstellung hin zu einem Netzwerkmuseum, das sich reflexiv mit der eigenen Geschichte beschäftigt und in thematisch orientierten Ausstellungsbereichen Impulse zu aktuellen und zukunftsrelevanten Fragestellungen gibt.

    Die SES möchten sich im Kontext internationaler Debatten um die Aufarbeitung der kolonialen Geschichte ethnologischer Museen sowie Fragen der Restitution und Repatriierung aktiv positionieren. Hierfür wollen die SES Transparenz über ihre Bestände schaffen und diese in internationalen kollaborativen Projekten erforschen. Dabei stehen eine Beschäftigung mit der Herkunftsgeschichte der Objekte, der Sammlungsgenese und der Institutionsgeschichte an oberster Stelle. So werden in einem derzeitigen Provenienzforschungsprojekt, finanziert durch das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste, kolonialzeitliche Sammlungen aus Togo erforscht. Die SES besitzen zudem eine der größten Sammlungen aus dem ehemaligen Königreich Benin im heutigen Nigeria. Die hier online einsehbaren 263 Objekte gehen größtenteils auf die gewaltsame Eroberung und Plünderung des Königspalastes durch britische Soldaten im Jahr 1897 zurück. Diese sogenannten Benin-Bronzen sind zu einem Symbol kolonialer Inbesitznahme geworden. Die SES haben die Erklärung zum Umgang mit den Benin-Bronzen in deutschen Museen vom 29. April 2021 mitunterzeichnet.

    Zu den Herangehensweisen der drei Museen der SES können Sie sich auf den Internetplattformen  „Decolonize“ Museum für Völkerkunde zu Leipzig: Dekolonisierung, Restitution und Repatriierung (skd.museum) und SKD: Provenienzforschung informieren.

  • Organisation
    Forschung
    Anzahl von Objekten: 286
  • Organisation

    Iwalewahaus, Universität Bayreuth

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    Museum
    Anzahl von Objekten: 16

    Die Sammlungsbestände im Bereich der Afrikaforschung der Universität Bayreuth sind in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen verankert. Als institutionelles Dach aller spezifisch afrikabezogenen Einrichtungen unterstützt das Institut für Afrikastudien deren Forschung und Lehre. So knüpfen Literatur- und Sprachwissenschaften ebenso an die Forschungs- und Sammlungsbestände der Afrikaforschung an, wie die Religionswissenschaften, Ethnologie, Kunst- und Bildwissenschaften, Theater-, Musik- und Medienwissenschaften.

    Einige Nachlässe umfassen große Bildbestände zur Reise-, Dokumentar- und Portraitfotografie aus kolonialen Kontexten. Die ersten fotografischen Dokumentationen von Forschungsreisen im östlichen und dem südwestlichen Afrika entstanden ab 1933. Weitere Bildbestände umfassen Fotografien aus Lehr- und Forschungstätigkeiten in Südafrika, Tansania und Simbabwe der 1930er bis 1960er Jahre. Neben dokumentarischen Bildbeständen beinhält die digitale Sammlung auch Portrait- und Studiofotografien ab 1910, die im Nairobi „Britisch-Ostafrikas“ und später entstanden.

    Die Sammlung am Iwalewahaus umfasst international gefragte Objekte moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Poster, Fotografien und weiterführende Dokumentationsmaterialien zur Forschung, Ausstellungs- und Objektgeschichte. Neben afrikanischen Ländern sind u.a. Indien, Papua Neu-Guinea oder Australien als Herkunftsregionen unterschiedlichster Sammlungsobjekte gelistet.

    In den 1920er Jahren entstanden in der damaligen Kolonie „Belgisch-Kongo“ graphische Papierarbeiten. Sie zählen zu den ältesten Werken in der Kunstsammlung. Aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft Nigerias finden sich Zeichnungen von 12 Patienten des Lantoro Mental Homes in Abeokuta. Die Werkgruppe der Abeokuta Künstler stammt aus den Jahren 1951/1952.

    Die Sammlungsobjekte mit Afrikabezug an der Universität Bayreuth werden mit Unterstützung des Forschungsdatenmanagement-Teams über Collections@UBT nach und nach digital bereitgestellt. An der digitalen Präsentation wird stetig gearbeitet.

    Weitere Informationen über das Institut für Afrikastudien und das Iwalewahaus der Universität Bayreuth, sowie Kontaktinformationen der Sammlungskurator*innen, entnehmen Sie bitte den folgenden Webauftritten:

  • Organisation
    Forschung
    Anzahl von Objekten: 403