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Tiefe, runde Steinschale mit einem hohlen Standfuß. Das zylindrische Objekt besitzt einen abgeflachten Boden und eine leicht ausladende Wand. Ihre Außenseite wird durch geometrische Motive verziert. Die Oberfläche der Steinarbeit ist beidseitig geglättet. An der Wand erscheint eine große, randständige Fehlstelle. Die gravierte Außenseite der Gefäßwand wird durch einen umlaufenden Fries verziert, der aus vier rechteckigen Bildfeldern besteht. Ihre Darstellungen bilden zwei unterschiedliche Motive ab, die sich in den gegenständigen Sektoren wiederhohlen. Zwei Panele zeigen einen konzentrischen Rhombus, der einen Punkt im Zentrum besitzt. An seinen mittelständigen Ecken scheinen vier mäanderförmige Arme anzusetzen. Die beiden anderen Felder werden durch eine horizontale Reihe dekoriert, die aus drei Rhomben besteht. Die hoch- und tiefständigen Bildpartien werden dagegen von horizontalen Wellenlinien ausgefüllt. Am Standfuß erscheinen vier gravierte Kreuze, die sich mit vertikalen Linienpaaren abwechseln. Soziale Bedeutung: das Objekt wurde als Mörser benutzt. Es konnte aufgrund seiner begrenzten Aufnahmefähigkeit nur zur Zubereitung kleiner Nahrungsmengen verwendet werden. Sie bestanden wahrscheinlich aus Schalenfrüchten, Körnern, Beeren oder Samen. Symbolische Bedeutung: die zwei konzentrischen Rhomben stellen möglicherweise stark stilisierte Schildkröten dar. Kulturelle Bedeutung: Mörser und Stößel zählen zu den Steinartefakten, die aus Geröll hergestellt wurden. In der Regel lassen sich schalen-, krug- und becherförmige Behälter unterschieden, die einen flachen oder gewölbten Boden haben. Die Stoßinstrumente können eine konische, zylindrische, glockenförmige oder steigbügelähnliche Form besitzen. Der Fundkomplex tritt vor allem in Haushaltskontexten auf und zeigt subsistenzwirtschaftliche Ernährungsstrategien an. Haberland dokumentierte 1962/ 63 zwei unverzierte, becherförmige Mörser, die vom Fundort Tierra Blanca (Nicaragua, Isla Ometepe) stammen sollen (2005, persönliche Kommunikation). Ähnliche Behälter erscheinen ab der Periode V (1000-500d.C.) auch in der Keramik der archäologischen Regionen Grand Nicoya, Zentrales Hochland/ Atlantische Abdachung und Grand Chiriquí. Sie gehen mit Negativverzierungen und echsenähnlichen Motiven einher (Snarskis 1981: 211, 220, Figs. 192, 243), die einen verstärktem südamerikanischen Kultureinfluß anzudeuten scheinen. (Künne 2005)