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Kleine, sitzende, weibliche Figur mit gespreizten Beinen. Das hohle Objekt besitzt eine, kleine, runde Öffnung am Nabel. Am Hals erscheinen zwei gegenständige, runde Öffnungen, die wahrscheinlich als Aufhängung dienten. Die Skulptur wurde geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert. Polierung, Bemalung und Grundierung sind partiell erodiert. Die Keramik hat eine weiß-rötliche Grundfarbe, die rot und schwarz-braun bemalt wurde. Die Skulptur besitzt eine aufrechte Körperhaltung, breite Hüften und betonte Brüste. Ihre Gesichts- und Körperverzierungen scheinen auf die Strukturen von Textil anzuspielen. An den Oberarmen der Figur befinden sich zwei Rechtecke, die kreuzförmig miteinander verschränkt sind. Ihre Attribute wiederholen sich in der Gesichtsbemalung. Das glyphenähnliche Zeichen zeigt im zentralmexikanischen Hochland den besonders wertvollen Charakter der verzierten Objekte an (Pasztory 1983: 45). Die Gestalt trägt eine Schambinde und besitzt einen kurzen, geraden Haarschnitt. Ihr Rücken blieb unverziert. Symbolische Bedeutung: Stevenson-Day (1997) versteht ähnliche Skulpturen als weibliche Schamanen. Kulturelle Bedeutung: die anthropomorphen Figuren der zoniert zweifarbigen Keramik (Rosales Esgrafiado) und des Policromo Antiguo (Gruppe Galo Policromo) zeigen im Vergleich zu den Skulpturen späterer Keramikgruppen (Mora Policromo, variedad Guabal) einen großen darstellerischen Realismus. Die Gruppen Galo und Carrillo Policromo (800-500d.C.) stellen die ersten wirklich polychromen Keramiken dar, die in der Region Gran Nicoya hergestellt wurden. Ihre Gestaltung (Form, Farbgebung, einzelne Motive) erinnert stark an die Gruppe Ulua Policromo (950-550d.C.). (Künne 2004)