Die Keramik bildet einen männlichen Adligen ab, der auf einem Berg steht. Er trägt aufwendige Kleidung, ein Schild und eine Keule. Seine Kopfbedeckung hat die Form eines Opfermessers. Diese Keramik erzählt die Geschichte von adligen Kriegern, die in Zweikämpfen gegeneinander antraten, um ihr Leben den Fruchtbarkeitsgöttern zu opfern. Bei Ausgrabungen an der Huaca de la Luna, dem Hauptheiligtum der südlichen Moche, fand man Skelette dieser Krieger. Manche wiesen verheilte Knochenbrüche auf, so dass man davon ausgehen kann, dass sie mehrmals an derartigen Zweikämpfen teilgenommen hatten, bevor sie starben. Auf bemalten Gefäßen der Moche sind solche Rituale festgehalten. Die Moche-Kultur erstreckte sich über mindestens 600 km entlang der Nordküste Perus. Seit einigen Jahren unterteilen die Archäologen diese Kultur in "südliche Moche" und "nördliche Moche", da sich die materielle Kultur deutlich unterscheidet, aber dennoch verbindende Elemente aufweist - unter anderem die Gabelhalsflaschen. Die politische Gliederung der Moche lässt sich am besten mit kleinen Königreichen beschreiben, die von einer lokalen Elite regiert wurde. Sie waren vermutlich durch Heirats- und Verwandtschaftsbeziehungen verbunden, aber politisch voneinander unabhängig. Diese Elite hatte gleichzeitig religiösen Funktionen. Das bedeutet, der König war ein Priesterkönig und für das Durchführen der großen, kollektiven Rituale zur Erlangung von Fruchtbarkeit - Regen in den Anden - verantwortlich. Für das gesamte Moche-Gebiet sind nur wenige weibliche Priesterinnen belegt. Das fürstlich ausgestattete Grab in San José de Moro im Jequetepeque-Tal und die Señora de Cao in der Nähe von Trujillo sind die bekanntesten Beispiele. In San José de Moro fand man auch eine Wandmalerei, die eine weibliche Priesterin bei einem Ritual zeigt.
Erschließungsdaten
Provenienz und Quellen
Zuordnung zu einem kuratierten Bestand:
Sutorius; 2205
Herstellung
Besitz-/Eigentumswechsel
Besitzwechsel
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