37213 Witzenhausen
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Das Deutsche Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (DITSL) ist die Nachfolgeeinrichtung der Deutschen Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (DKS). An der DKS wurden von 1899-1944 junge Männer zur Tätigkeit als Landwirte, Wirtschafts- und Plantagenbeamte in den deutschen Kolonien und anderen Überseegebieten ausgebildet. Die Schüler sollten weiterhin zu ‚deutschen Kulturpionieren‘ ausgebildet werden, die eine christlich gesinnte, ethnisch-moralisch gefestigte ‚deutsche Kultur‘ in die Kolonien tragen und das koloniale Projekt voranbringen würden. Obwohl die ehemaligen Kolonien des Deutschen Reiches mit dem Ende des Ersten Weltkrieges eingezogen und dem Völkerbund unterstellt worden waren, nahm die DKS den Lehrbetrieb 1919 wieder auf und blieb bis 1944 in Betrieb.
Nach der Wiedereröffnung unter dem Namen DITSL 1957 nahm die Lehranstalt eine neue Funktion in der Ausbildung für die Entwicklungszusammenarbeit mit Ländern im globalen Süden ein. Seit 2005 ist es ein wissenschaftliches Institut, das sich im Schwerpunkt mit entwicklungsorientierter Agrarforschung beschäftigt und darüber hinaus akademische Lehre, berufliche Weiterbildung und außerschulische Bildungsprogramme in diesem Themenfeld anbietet. Gemeinsam mit der Stadt Witzenhausen ist das DITSL Träger des Museum Witzenhausen. Das Museum zeigt und verwahrt eine Sammlung von ca. 2.600 Objekten aus verschiedenen Ländern, von denen etwa die Hälfte von ehemaligen Absolventen der DKS, und die andere Hälfte von Schülern und Personal des DITSL zusammengetragen wurden. Darunter befinden sich – neben naturkundlichen und geologischen Objekten – in der Mehrzahl Gegenstände, die von Menschen aus den Herkunftsgebieten gefertigt und im alltäglichen Gebrauch oder zu kulturellen und zeremoniellen Handlungen verwendet wurden.
Im Projekt ‚Provenienzforschung zum Ostafrika-Bestand des Museum Witzenhausen‘ wurden etwas mehr als 300 Objekte ostafrikanischer Herkunft wissenschaftlich zu erschlossen und eine Auswahl von 53 Objekten tiefergehend auf ihre Provenienz untersucht. Für die tiefergehende Untersuchung wurde die Arbeit am Standort Witzenhausen durch ethnographische Feldforschung in möglichen Herkunftsgemeinden in Tansania komplementiert, durchgeführt vom Kooperationspartner vor Ort, der NGO fahari yetu Tanzania. Zunächst werden die 53 erforschten Objekte mitsamt den zu ihnen gesammelten Informationen hier auf dem Portal präsentiert. Perspektivisch soll die Präsentation um den gesamten Ostafrika-Bestand sowie weitere Bestände der Sammlung des Museum Witzenhausen erweitert werden.