Die Ethnologische Sammlung des Museums Burg Mylau entstand aus den jeweiligen Sammlungen des Naturkundevereins Mylau und des Vogtländischen Vereins für allgemeine und spezielle Naturkunde zu Reichenbach im Vogtland. In beiden Vereinen hatten bereits wenige Jahre nach der Gründung (1853/1876) Mitglieder und Förderer Objekte aus "Übersee", vor allem den deutschen Kolonien in Afrika und Ozeanien, aber auch aus Japan und China sowie aus Südamerika in die jeweiligen Sammlungen gegeben. Mit dem Museum für Völkerkunde bestand für den Reichenbacher Verein bereits sehr frühzeitig Verbindung, welche sich auch im Objektaustausch manifestierte. Mit der Profilierung des Reichenbacher Museums im Nationalsozialismus wurden erste Objektchargen nach Dresden (zurück)gegeben. Im Jahr 1956 neu entstandenen Museum des Kreises Reichenbach auf der Burg Mylau spielten die ethnografischen Objekte keine Rolle mehr. In den 1970er und 1980er Jahren erfolgte im Rahmen der Museumsprofilierung in der DDR die Abgabe der Sammlung an das Museum für Völkerkunde in Dresden. Nur wenige Objekte blieben vermutlich unbeabsichtigt auf der Burg Mylau. Seit 2017 erfolgten erste Vorarbeiten zur Erforschung der Ethnologischen Sammlung, welche 2022/23 mit einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt zu den Objekten aus deutschen Kolonien in Afrika eine wichtige Etappe nahm. Ziel des Projektes war die Erforschung von über 100 Objektbiografien den dazugehörenden Sammlern, die Recherche zu Erwerbsumständen sowie zur Sammlungsgeschichte in der DDR.
Adresse:
Burg 1
08499 Reichenbach im Vogtland
08499 Reichenbach im Vogtland
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