Das „Museum für Naturkunde Berlin (MfN) - Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung“ ist ein Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Es gehört zu den weltweit bedeutendsten Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Evolutions- und Biodiversitätsforschung.
Mit über 30 Millionen Objekten beherbergt das Museum für Naturkunde Berlin die größte naturkundliche Sammlung Deutschlands. Als zentrale Forschungsinfrastruktur umfasst die Sammlung Objekte aus der Zeit des Ursprungs des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren bis heute. Sie enthält zudem eine große Anzahl von Erstbeschreibungen von Arten, sogenannte Typusexemplare. Die Sammlungsobjekte werden seit dem frühen 18. Jahrhundert zusammengetragen, in den Anfangszeiten häufig im Rahmen von Expeditionen bedeutender Wissenschaftler wie zum Beispiel Alexander von Humboldt, Charles Darwin oder Adalbert von Chamisso. Damit stammen einige der historischen Objekte aus kolonialen Kontexten. In der Zeit der Kolonialexpansion des deutschen Reiches fungierte das Museum für Naturkunde Berlin als zentrale Institution für die Zusammenführung und wissenschaftliche Bearbeitung der zoologischen Objekte aus den deutschen Kolonien.
Am Museum für Naturkunde Berlin findet im Rahmen des Forschungsbereichs Zukunft der Sammlung und dem Projekt Sammlungserschließung und –entwicklung eine intensive und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Institution und der Sammlung statt. Dabei steht derzeit die Bearbeitung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten im Fokus.
Zu der Sammlung am Museums für Naturkunde Berlin gehören unter anderem Felle, Geweihe, Skelette, Eier, Nester, Insekten, Pflanzen, Tierstimmen, Gewebe- und DNA-Proben, alkoholkonservierte Objekte, Meteorite, Minerale und Gesteine, fossile Tiere und Pflanzen. Sie sind systematisch geordnet und erfasst. Dazu kommen Fachliteratur, Berichte, Korrespondenzen und Feldtagebücher, außerdem Fotografien und Zeichnungen. Durch die jahrhundertelange wissenschaftliche Bearbeitung, Beschreibung und intensive Forschungsarbeit haben die Objekte großen historischen, wissenschaftlichen und kulturellen Wert. Das Museum für Naturkunde Berlin erkundet und reflektiert in ersten Case Studies mit Akteur*innen in Herkunftsregionen die vielfältigen Perspektiven auf die Museumsbestände in einem interdisziplinären und kooperativen Forschungsmodus. Das Museum macht die Sammlung als globale, vernetzbare Wissensressource vielfältig interessierten Nutzer*innengruppen und Nachnutzungsszenarien zugänglich: https://portal.museumfuernaturkunde.berlin/