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Obergewand (attush) in Kindergröße. Aus schmalen Stoffbahnen
(Breite 20,5 cm) eines leinwandbindigen Gewebes aus Bastfasern (attush) zusammengenäht.
Körper wie üblich aus zwei Stoffbahnen, die Ärmel jeweils aus einer Bahn und unten teils
umgeklappt, bzw. mit anderen (aus Japan importierten Baumwollstoffen) zu einer Keil-Form
ergänzt. Die Ärmel sind außen an den Händen, der Saum des Gewandes und um den Kragen mit
applizierten Streifen von blauem Baumwollgewebe eingefasst. Der Kragen besteht vorne aus
blauer Baumwolle, im Nacken aus heller Baumwolle und durchgenäht. Die Einfassung an Ärmeln,
Kragen und entlang des Saums begleitet zusätzlich schmalere Streifen aus blauer Baumwolle.
Vorne ist auf Brusthöhe rechts und links jeweils ein rechteckiges Stück blauer Baumwolle
appliziert. Auf dem Rücken wurde vom Kragen ausgehend ein waagrechter Streifen eines Stoffs
in kräftigem Rotorange appliziert. Auf Höhe der Schultern sind zwei weitere Streifen
appliziert, die senkrecht über die Schulter gelegt wurden. Diese Streifen sind mit dunklen
Stoffbändern einfasst und mit blauen Glasperlen verziert. Im Rücken, unter dem Kragen an
einem spitz gelegten, applizierten Band aus blauer Baumwolle, ein genähtes Amulett in Form
eines dreieckig gefalteten Stoffstreifens, dessen Enden dicht mit blauen Glasperlen besetzt
sind. Vermutlich ist unter der dreieckigen Applikation etwas (Pflanzliches?) als Amulett
eingelegt. Gewänder für Kinder sind äußert selten und auch Gewänder mit Applikationen dieser
Art sind, bis auf dieses Beispiel, bisher nicht in Museumssammlungen dokumentiert. Auf den
Holzschnitten (Kita ezo zusetsu 北蝦夷図説) von Mamiya Rinzō (1775-1844) finden sich Gewänder mit
ähnlichen dreieckigen Applikation.
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