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Große, anthropo-zoomorphe Steinskulptur. Die aufrecht stehende, männliche Figur hat einen kurzen, knubbenförmigen Standzapfen. Ihre unnatürlich gebeugten Arme sind auf dem Rücken zusammen gebunden. Das weitgehend nackte Wesen scheint eine runde, unverzierte Kappe zu tragen. Es besitzt einen plastischen, katzenähnlichen Kopf an dem sich anthropomorphe Ohren befinden. In seinem breiten, halb geöffneten Maul erscheinen große, reliefierte Zähne. Der abgeflachte Torso weist pfotenförmige Füße und Hände auf, die in Draufsicht dargestellt wurden. Die Beine der Gestalt werden durch eine ovale Perforation voneinander getrennt. Das gut erhaltene Objekt ist leicht erodiert. Die inventarisierte Skulptur stellt einen Gefangenen dar. Seine katzenähnlichen Attribute zeigen vielleicht die soziale Afiliation der abgebildeten Person an. Soziale Bedeutung: Lothrop (1963: 26) vermutet, daß die zentralen Wohnplattformen der Perioden VI und V mit großen anthropomorphen Figuren verziert waren. Sie verkörperten möglicherweise ein steinernes Abbild des Haushaltsoberhaupts, das nach dem Tod der Person rituell getötet und begraben wurde. Symbolische Bedeutung: Lothrop (1963: 25-38, Pl. VIII-XXI) unterscheidet götter- und menschenähnliche Skulpturen. Sie verkörpern vor allem männliche Gestalten, die mehr als acht verschiedene Armhaltungen einnehmen können (1963: 28, Fig. 7). Die götterähnlichen Plastiken besitzen bimorphe Charakteristika oder tragen eine Augenmaske. Anthropomorphe Skulpturen thematisieren dagegen vor allem das Gefangenen-, das Kopftrophäen-, das Stab- und das Gebetsmotiv. Historisch-ethnographische Analogie: die sozialen Verbände der modernen bribrí umfassen mehr als 50 verschiedene Territorial- und Verwandtschaftsgruppen, deren Namen mit besonderen Landschaften oder Tierwesen assoziiert wurden (Bozzoli de Wille 1979: 43ff.). In der tradierten Mythologie des südlichen Zentralamerika treten katzenähnliche Gestalten als Dämonen der Dunkelheit auf (Salazar 1980: 22; Stone 1962: 173). Sie besitzen verschlingende Qualitäten und werden mit Feuer, Wasser und Steinen assoziiert. Die bimorphe Qualität vieler Feliden scheint mit dem Konzept ritueller Verwandlung verbunden zu sein. (Künne 2005) Weitere Informationen zur kulturellen Bedeutungkonnten wegen technischer Probleme von Museum Plus nicht in die lange Beschreibung integriert werden.